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Defekte Festplatten analysieren mit smartctl
Erstellt am: 26 Dez. 2009

*Fehleranalysen an Computern sind nicht einfach. Ein unwilliges Betriebssystem kann viele Ursachen haben. Gerne wird von Werkstätten die Festplatte getauscht. Mit eine Life CD und dem Linux -Tool smartctl kann jeder selbst die Festplatte testen.

Schon seit einigen Jahren sind IDE- und SATA-Festplatten mit SMART Diagnosefunktionen ausgestattet. Moderne Bios-Versionen unterstützen diese Funktion und zeigen Festplattenfehler bereits beim Einschalten. Eine GParted, Knoppicillin oder Knoppix Life-CD sollte jeder ambitionierte Computernutzer im Schrank haben. Von diesen CDs kann man unabhängig von der Festplatte starten. Sollte die eingelegte CD nicht automatisch booten, dann muss man eine bestimmte Taste drücken, sobald ein Bild (POST-Screen) nach dem Einschalten erscheint oder die Bootreihenfolge im Bios ändern.

Nachdem die Live CD gestartet hat, öffnet man ein Terminal (Shell). Bei Ubuntu findet man diese unter "Anwendungen -> Zubehör -> Terminal". Um zum Superuser (root) zu werden, gibt man "sudo su" und return ein. »smartctl« sollte als Befehl verfügbar sein. Wenn nicht, dann kann man ihn nun unter Ubuntu, Debian mit dem Befehl "apt-get install smartmontoools" nachinstallieren, wenn der Computer eine Internetverbindung hat.

»smartctl« wird (wie alle Konsole-Werkzeuge) über angehängte Befehle bedient. Ein »smartctl -h« zeigt eine Liste der möglichen Funktionen und Beispiele für die Verwendung des Programms. Die Ausgabe erfolgt in englisch.

Linux verwaltet alle Laufwerke alphabetisch "sda","sdb","sdc"... u.s.w. Die erste Festplatte sollte normalerweise "sda" sein. Der Befehl »fdisk -l« zeigt alle Festplatten und die darauf befindlichen Partitionen an. Sollte hier das vermeintliche Laufwerk nicht auftauchen, dann kann man sich die weitere Diagnose mit "smartctl" sparen und andere Fehlerquellen in Betracht ziehen. Die da wären:

  •  Datenkabel oder Stromzuführung sind nicht richtig angeschlossen
  •  Der SATA bzw. IDE-Port ist im Bios ausgeschaltet oder läuft im falschen Modus (Stichwort: Raid)
  • Die Platte ist ernsthaft defekt

Falls notwendig muss ab jetzt das A bei /dev/sda gegen den entsprechenden Buchstaben der Festplatte ausgetauscht werden.

Status anzeigen

Der Festplattenstatus wird über folgenden Befehl abgefragt

  •  smartctl --all /dev/sda

Test starten und analysieren

Zuerst sicher gehen, dass smart eingeschaltet ist

  • smartctl -s on /dev/sda

Danach startet man den Test

  • smartctl -t short on /dev/sda

Nach spätestens 10 Minuten den Test abfragen

  • smartctl -l selftest /dev/sda

Gegen Ende der Ausgabe sollte folgendes stehen.

SMART Self-test log structure revision number 1
Num  Test_Description    Status                  Remaining  LifeTime(hours)  LBA_of_first_error
# 1  Short offline       Completed without error       00%      4970         -

In unserem Beispiel ist die Festplatte in Ordnung. Ein ausführlicher Test "-t long" bringt mehr Sicherheit, dauert aber auch Stunden.

Bezugsquellen

Unter sourceforge.net/apps/trac/smartmontools/wiki/Download#ListofbootableCDs findet man eine Liste von Life-CDs mit smartctl. Smartlinux (smartlinux.sourceforge.net) passt sogar auf eine 1,4 Zoll Diskette.

Ich benutze keine CD sondern einen Stick, den ich mit dem Ubuntu USB-Startmedien-Ersteller von Ubuntu präpariert habe. Dort kann ich mir bei Bedarf Programme und Virenkiller permanent nachinstallieren. Ein USB-Stick ist in der Regel auch schneller.

Ein Schweizer Taschenmesser für die Analyse von defekten Computern ist auch die "Ultimate Boot CD".

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3 Kommentar(e)

Walter Munz schrieb am 15 Feb. 2015 um 17:37 Uhr Bild...
Hallo Hr. Hoeschen,
ich ahbe eine Seagate ATA/ATAPI Festplatte, die in ein externes USB-Gerät gefasst ist. mit dem Commando "lsusb" wird diese F.-platte erkannt, jedoch kann diese nicht eingehängt werden.
Bus 003 Device 008: ID 04b4:6830 Cypress Semiconductor Corp. CY7C68300A EZ-USB AT2 USB 2.0 to ATA/ATAPI
Ist es evtl. doch möglich auf diese Festplatte zugreifen zu können?
Ich habe als Betriebssystem Ubuntu 14.04 und Windows 7. Außerdem noch die Frage: Muss so eine Festplatte in einem USB-Gehäuse gejumpert sein? Wenn ja, wie würden Sie diese jumpern?
MfG
W. Munz
mipi schrieb am 12 Aug. 2012 um 00:15 Uhr
Hi,
danke für den hilfreichen beitrag!
Eine Anmerkung zu dem Punkt Test starten, mittels ->"smartctl -t short on /dev/sda", geht bei der von mir verwendeten version 5.41 nicht, eventuell ist es hier nur ein Tippfehler.

Mit "smartctl -t short /dev/sda" geht es wunderbar.

danke und grüße mipi
TomTom schrieb am 09 Nov. 2010 um 11:26 Uhr
netter artikel. Vor allem die Ultimat Boot CD ist wirklich super... danke

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